Statement zu dubiosen Wudang Schulen

Scroll down to content

Wudang ist für den Westen etwas neues das durch die vielen Gesundheitsaspekte zusehends Interesse erregt.

palastdespurpurnenfeuerhimmels

Damit Sie nicht dem Marketing Schlagwort „Wudang“ zum Opfer fallen möchten wir auf einige Details und Argumente die von vielen genannt werden aufmerksam machen:

Zhang Sanfeng war ursprünglich Shaolin

Diese Information kann nicht belegt werden und wird weitgehend manipulativ in Shaolin Schulen weiterverbreitet um eine Verbindung des buddhistischen Inhaltes von Shaolin zu vermitteln. Ich habe nachgeforscht und mit vielen Wudang Meistern in Wudangshan gesprochen. Die Geschichte über Zhang Sanfeng die offiziell dort anerkannt wird ist hier zu finden. Etwas anderes zu behaupten ist sehr fragwürdig da Zhang Sanfeng eine „Legende“ ist und historische Beweise fehlen. Wir leben jedoch die (gebliebenen) ursprünglichen Lehren welche taoistischen und nicht buddhistischen Ursprungs sind.

Wudang-Stil kommt ursprünglich vom Chen-Stil

Auch diese Aussage wird in China belächelt, führt aber im Westen zu Verwirrung. Aufgrund der Revolution und der Abgeschlossenheit der Wudang Klöster hat der Tai Chi Boom von Chen-Stil weitaus früher begonnen und versuchte sich als ursprüngliche Ideologie zu etablieren.

Historisch kann diese Aussage nicht belegt werden, jedoch kann man sich den Ursprung logisch durch den Kopf gehen lassen. Die chinesische Medizin basiert auf taoistische Lehren, während Chen-Stil buddhistisch ist. Jeder der mit Tai Chi therapieren will wäre also besser beraten mit einem Tai Chi-Stil der genau darauf ausgelegt ist. In China ist das Chen-Dorf bekannt für die Spezialisierung im Kampf.

Buddhismus und Taoismus haben sich in China seit mindestens 2000 Jahren und mehr etabliert. Der Chen-Stil ist aber erst im 17ten Jahrhundert entstanden, es ist daher äußerst wahrscheinlich dass Tai Chi viel früher in taoistischen Klöstern entwickelt wurde. Erst in den späten 80ern wurde Wudang Tai Chi in China öffentlich zugänglich. Ich habe auch hierzu mehrere Wudang Meister in Wudangshan befragt und alle hatten die gleiche Meinung: „Wudang Tai Chi ist der Ursprung von Tai Chi. Zhang Sanfeng ist der offizielle Begründer von Tai Chi. Im 17ten Jahrhundert wurde durch einen taoistischen Priester das Wudang Tai Chi in das Chen-Dorf gebracht und von den dort angesiedelten Soldaten weiterentwickelt.“

Advertisements

2 Replies to “Statement zu dubiosen Wudang Schulen”

  1. Ich möchte keine Namen nennen aber was einige Schulen sich in Wien leisten ist sehr dreist. Man sieht hier tatsächlich Shaolin Schulen von Meistern die „Wudang“ auf ihre Übungen schreiben. Ist Shaolin nicht mehr gut genug? Ich denke es gibt viele die gerne in eine authentische Shaolin Schule gehen würden, aber wenn die plötzlich Wudang machen wo ist da die Tradition? Gleiche gilt für Chen Tai Chi Schulen die plötzlich taoistische Heilung betreiben. Ich denke Chen und Shaolin haben genug Perspektiven die auf eine eigene Art interessant sind. Kein Grund zur Marketingkeule zu greifen. Danke für die Aufklärung!

    Gefällt mir

  2. Absolut logisch!
    Hier noch mein Senf dazu:
    Wann genau die daoistische Lehre entstanden ist, bleibt unklar. Der Daoismus hat erst in einem langen Entwicklungsprozess Form angenommen, wobei fortlaufend Strömungen des Altertums integriert wurden. Mit der daoistischen Lehre wird viel Gedankengut aufgegriffen, das in China zur Zeit der Zhou-Dynastie (1040–256 v. Chr.) weit verbreitet war. Dazu gehören die kosmologischen Vorstellungen von Himmel und Erde, die Fünf Wandlungsphasen, die Lehre vom Qi (Energie), Yin und Yang und das Yijing (I Ging), aber auch die Tradition der Körper- und Geisteskultivierung, mittels deren mit Atemkontrolle und anderen Techniken wie Taijiquan und Qigong, Meditation, Visualisation und Imagination, Alchemie und magischen Techniken Unsterblichkeit erreicht werden wollte. Die Suche nach Unsterblichkeit, ein zentrales Thema des Daoismus, geht wahrscheinlich auf sehr alte Glaubensinhalte zurück, denn im Zhuangzi, einem daoistischen Klassiker aus dem 4. Jh. v. Chr., werden bereits die Xian erwähnt, die Unsterblichen, deren wichtigste der gelbe Kaiser, Huang Di, und die Königinmutter des Westens, Xiwangmu, sind. Es handelt sich dabei um Gestalten, die möglicherweise schon in der Shang-Zeit im 2. Jahrtausend v. Chr. existiert haben.

    LG
    Marianne

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: