Meine Erfahrungen mit Kung Fu

(Selbsterfahrungsbericht von Meister Ziji im Zuge zum 30sten Geburtstag)

Im Laufe der Zeit habe ich sämtliche Kampfsportarten trainiert und viele prägende Erfahrungen gemacht (Die genaue Liste findet man hier im letzten Absatz). Einige davon waren sehr inspirierend aber auch erleuchtend in verschiedenster Art und Weise. Mehr als 17 Jahre war ich laufend in Asien auf der Suche nach Wahrheiten und besuchte die verschiedensten Orte in Korea, Vietnam und China. Heute schätze ich meine Heimat in Österreich und fühle mich damit stärker verbunden.

Was ist Training?

Es gab in diesen 17 Jahren selten eine Woche, in der ich nicht vier bis fünf mal trainiert habe. Training ist für mich bis heute ein wichtiger Bestandteil meines Bewusstseins. Training bedeutet Wachstum. Dabei geht es nicht um ein gedankliches und körperliches selbstzerstörerisches kaputt machen sondern um ein forderndes aber auch rücksichtsvolles Training. Es ist Aufgabe des Meisters mit den Grenzen der Schüler rücksichtsvoll umzugehen bevor diese umfallen. Die Aufgabe der Schüler ist es täglich zu strecken, sich gut zu ernähren und ausreichend zu schlafen um Risiken, Verletzungen und Schwäche zu vermeiden. Das traditionelle Kung Fu Training wird erst dann effizient, wenn sich alle an ihre Aufgabenbereiche halten.

Wenn man trainiert, sollte es in erster Linie um das Selbst gehen. Alle Dinge, die das Training durch äußere Einflüsse zu begründen versuchen, sind auf die eigene Unausgeglichenheit zurückzuführen. Jemand, der sein Ego abgelegt hat, konzentriert sich ironischerweise nur auf sich selbst und nicht auf die Anderen. Ich habe oft erlebt, dass gemeinsame Aktivitäten wichtiger waren als das eigene Training, dies mindert nicht nur die eigene Trainingsintention sondern lenkt auch andere von ihrem Training ab und ist verantwortungslos. Das taoistische Beschreiten des Lebensweges geschieht aus eigener Kraft und mit wachem Interesse. Somit sollte jeder ein Beispiel für die Anderen sein.

Vom Anfänger zum Meister

Das, was letztendlich den Meister vom Anfänger unterscheidet, ist die Identifikation mit der Materie. Wer sein Wissen verstanden, abgerundet und für sich gefunden hat, kann dieses weiterentwickeln und eine lebendige Kunst daraus machen. Die hart angelernte Routine und das perfektionierte Ausführen der Techniken sind nicht ausschlaggebend für einen guten Meister, da es sich hier um relative und persönlichkeitszentrierte Perspektiven handelt. Diese Sätze hören sich alle sehr gut an, die Wahrheit kommt aber erst dann an das Licht, wenn man versucht seine für sich verstandene Kunst an Andere weiterzugeben. Während ein Anfänger meist einen Meister hat der ihm alle Sachen vorgibt, musste der Meister das Angelernte für sich selbst weiterentwickeln und umsetzbar machen.

Die einzigartige Lehre

Aus dem Sumpf der Esoterik und Möchtegern-Meistern bauen sich unzählige Schulen auf der ganzen Welt auf, China ist da keine Ausnahme. Die Inhalte dieser Schulen gehen nicht tief unter die Haut und bieten verwirrende und massenabfertigende Inhalte, die von uns akzeptiert werden sollen. Es geht meist um Geld und Einfluss damit man Menschen leiten und manipulieren kann.

Die wahre Schule bietet allen eine einzigartige Lehre, die in keiner anderen zu finden ist. Diese Lehren basieren auf Lebenserfahrung und Selbstidentifikation und fördern die individuelle Selbstentwicklung von jedem Schüler. Da der Weg einer solchen Schule praktisch auch wirklich umsetzbar ist, kann sich jeder davon inspirieren lassen.

Traditionelle Schule

Ich sehe das als wichtigsten Bestandteil einer Schule die Tradition an, da Tradition ein Gefüge aus Inhalten ist, die sich über die Zeit und mit den Wiederholungen als richtig erwiesen haben. Tradition baut sich über die Zeit auf und wird zu einer wichtigen Quelle der Weisheit. Wer lernt Tradition zu respektieren, kann daraus lernen und selbst zur Tradition beitragen. Eine traditionelle Schule ist eine lebendige Schule, die sich konservativ in die gleiche Richtung anpasst.

Alles andere dreht sich im Kreis und ist andauernd beschäftigt ein Rad neu zu erfinden. Ohne Tradition bilden sich keine tiefen Inhalte und dies verhindert letztendlich die Weiterentwicklung.

Ich und Kung Fu

Wenn es irgendetwas gibt, an dem ich arbeiten könnte um vitaler zu sein, dann ist für mich Kung Fu die einzige Antwort. Wer gerne lebt, möchte dies auch lange tun. Gesünder, kräftiger und ausdauernder zu sein, also dadurch körperliche und durch gesteigerte Konzentrationsfähigkeit auch geistige Freiheit  zu erlangen verbessert nachhaltig meine Lebensqualität. Mein Kung Fu gibt nicht nur eine vitale, aber auch soziale und emotionale Standfestigkeit. Das Ziel meiner Akademie ist die Umsetzung einer traditionellen Kampfschule, Heilkunstschule, Lebensschule und vor allem einer Selbstschule. Man muss vieles tun: denken, machen, konzentrieren, koordinieren und dabei entspannen. Das Leben hat all diese Aufgaben für uns parat und mein Training sehe ich dazu als eine wichtige Vorbereitung.

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