Die Lehre über das eigene Selbst

Viele Schulen preisen ihre Kampfstile als „Innere Kampfkunst“ an. Das ist nur bedingt richtig, denn es gibt keine eigene Stilrichtung namens „Innere Kampfkunst“. Somit können verschiedene Taiji Schulen mit dem gleichen Stil einen unterschiedlichen Fokus haben und können daher nicht automatisch als Schulen für „Innere Kampfkunst“ bezeichnet werden.

„Innere Kampfkunst“ ist die Lehre mit dem Fokus auf das Innere des Körpers, der Persönlichkeit und der Geisteshaltung. Statt sich mit dem Äußeren, den Kampftechniken, der Standfestigkeit und Körperhaltung zu beschäftigen, ist das wesentliche in der inneren Kampfkunst die Beherrschung und Kultivierung der inneren Werte, wie Herzschlag, Befinden, Bewusstsein und vieles mehr. Das letztendliche Ziel der „inneren Kampfkunst“ ist es, sich selbst zu erkennen und sich nach den angeeigneten inneren Fähigkeiten zu verhalten.

Die „Innere Kampfkunst“ geht daher zuerst von innen nach außen und nicht umgekehrt. Die wichtigsten Elemente der inneren Kampfkunst sind: Qigong, Neijia und Neidan. Taiji deckt hier zum Beispiel, wenn es im vollen Spektrum unterrichtet wird, alle Inhalte der inneren Fähigkeiten ab.

Jetzt stellt man sich die Frage ob man nicht genauso gut von einer äußeren Kampfkunst in das Innere gehen kann. Viele wechseln von einer äußeren Kampfsportart in eine „Innere Kampfkunst“ durch die Erkenntnis, dass irgendwann eine Grenze erreicht wird. Ohne innere Beherrschung und Fähigkeiten ist ein fortgeschrittenes Meistern der äußeren Fähigkeiten nicht möglich. Jede schwierige Übung bedarf erhöhter Konzentrationsfähigkeit und somit auch ein Verständnis der „Inneren Kampfkunst“.

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