Warum praktizieren Taoisten Kampftechnik?

Die Kampftechnik ist tief verbunden mit Kungfu. Kungfu bedeutet für einen Taoisten nicht der Kampf, sondern sich eine beliebige Fähigkeit bis zur Meisterschaft anzueignen. Diese Meisterschaft hat kein höchstes Ziel und ist ein fortlaufender zeitloser Weg. Der Weg ist wichtiger Bestandteil der Anpassungsfähigkeit und kennt in seiner Variation im Rahmen der eigenen persönlichen Entwicklung keine Grenzen. Kungfu bedeutet immer neues Entdecken und Verstehen seiner selbst.

Das eigene Streben zur Perfektion ist nur möglich, wenn Kungfu auf das Selbst bezogen wird ohne sich mit anderen zu vergleichen. Diese Perfektion kennt in seinem Tun keine Grenzen, da wir uns stetig persönlich verändern und entwickeln.

Das taoistische Kungfu ist ein wichtiges Werkzeug zur eigenen Stärkung und Lebenserhaltung. Dadurch ist es unausweichlich, dass sich Taoisten auch mit äußeren Einflüssen beschäftigen. Hier kommen die inneren Fähigkeiten zur Stärkung der äußeren zum Einsatz. Da alles was wir tun von innen kommt, ist die taoistische Kampfkunst darauf ausgerichtet in seiner Umsetzung effizient zu sein, indem die Gesetze der Natur anhand der taoistischen Lehren berücksichtigt werden.

Diese Kampfkunst ist nicht in kurzer Zeit zu erlernen. Da alle Prinzipien mit den Lehren des Taoismus und der Natur zusammenhängen, bedarf es langer Übung um darin wirkliche Fortschritte zu erzielen. Die taoistische Kampfkunst ist sehr zeitaufwendig. Deswegen gibt es heute viele Schulen, die sich nur auf eine oder wenige Disziplinen spezialisieren.

Nur das Erlernen der gesamten Lehre und Möglichkeiten befähigt sich bestmöglich im Bereich der taoistischen Kampfkunst und der Selbstwahrnehmung zu entwickeln um ein ausgeglichenes und gesundes Leben zu führen.

Viele Taoisten im alten China galten als unsterblich, unbesiegbar und ungeschlagen. Die taoistische Kampfkunst war schon damals sehr hochentwickelt und sah die Elemente des Kampfes in einem breiteren Umfeld. Das Energiezentrum, von dem alles ausgeht ist der Dantian 丹田, welcher ungefähr 2cm unter dem Bauchnabel liegt. Dieser ist stark verbunden mit dem eigenen Schwerpunkt und kontrolliert daher jede Bewegung von innen nach außen. Das harmonische Zusammenspiel von Qi, Jing und Shen, dem Bewusstwerden der 5 Elemente, und das Verstehen der Bagua Lehre ermöglichen erst die effiziente Umsetzung der taoistischen inneren Kampftechnik.

Der „Innere Kampf“ mit dem Selbst und dem Erreichen höherer Ebenen in Form der Selbstwahrnehmung, Konzentrationsfähigkeit und Disziplin sind wichtige Faktoren für die Entwicklung der taoistischen Kampfkunst.

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