Der Ursprung des Tai Chi

Wer in Wudang war, kennt die Erzählungen der Wudang Mönche, dass im Wudang-Stil die Tai Chi 13 Schritte Form mit Abstand die älteste ist und direkt von Zhang Sanfeng gelehrt wurde.

Die heute lebenden daoistischen Mönche und Kampfkünstler der Wudang-Berge berufen sich darauf, dass die inneren Kampfkünste (und damit auch das Taijiquan) seit Zhang Sanfeng in den daoistischen Klöstern der Wudang-Berge weitergegeben, entwickelt und tradiert wurden. Bis zur jüngeren Zeit wären sie jedoch nur selten an Außenstehende weitergegeben worden. So soll im 17. Jahrhundert der reisende Wudang-Mönch Wang Zongyue (chinesisch 王宗岳) seine Kampfkunst im Dorf Chenjiagou gelehrt haben, weil er darum gebeten wurde, und so den Anstoß zur Gründung des Chen-Stils gegeben haben.

Was bewirkt Tai Chi?

Durch Tai Chi geht man bewusster mit sich selbst um. Die eigene Kraft und Energie, mit der gearbeitet wird, kann gezielt wahrgenommen und kontrolliert werden. Dadurch werden Probleme im eigenen Geist und Körper erkennbar, aber auch die benötigte Energie in verschiedensten Bereichen wird verbessert und somit gestärkt und regeneriert.
Tai Chi ist jedoch kein Universalrezept zur ultimativen Genesung. Nur der reine Bewegungsablauf führt zu keiner „Inneren“ Verbesserung der Lebensqualität. Qi Gong und Nei Gong, sowie Kung Fu sind ebenfalls wichtige Bestandteile aus denen Tai Chi besteht und aus denen sich die Materie gegenseitig aufbaut. Qi Gong zum Beispiel unterstützt Haltungs-, Kraft- und Atmungstechniken in Aspekten, die in Tai Chi für ein fortgeschrittenes Training aufbauen.

Eine reine Tai Chi Schule ist aus der traditionellen Sicht, wenn also die „Innere“ Kampfkunst gesucht wird, immer nur halbe Sache. Qi Gong, Nei Gong und Kung Fu sind notwendige Bestandteile, wie es auch in China gelehrt wird.

Neue Tai Chi-Stile sind abgeändert

Sehr bekannt sind Tai Chi Demonstrationen und Wettkämpfe. Wudang Tai Chi enthält sehr viele Faktoren, die es zu einem ganzen “System” werden lässt. Ein Wettkampf oder eine Demonstration hätte für die Entwicklung des eigenen Tai Chi keine besondere Funktion. Jeder ist für sein Tai Chi verantwortlich und kann dieses für sich speziell entwickeln. Dazu ist jedoch ein anderes Training nötig wie es in anderen Tai Chi Schulen oft nicht gemacht wird.

Wichtige Faktoren die für ein ursprüngliches Tai Chi Training wichtig sind:

  • Kung Fu Basis, Grundhaltung und Koordination.
  • Qi Gong – Blockaden finden, entspannen lernen. Qi und Blut fließt somit leichter.
  • Wuji – Die Leere und somit das “Zuhören” des Unterbewusstseins.
  • Atemkraft und Atemkoordination sind Grundelemente, die im Qi Gong enthalten sind und in der Tai Chi Praxis noch mehr Bedeutung finden.
  • Intention und Kraftweg, wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Die richtige Umsetzung und Energieübertragung. Wenn alle oberen Punkte eingehalten wurden, ergibt sich Tai Chi.

Warum Wudang-Stil?

Wudang ist ein taoistischer Ort. Der Wudang-Stil ist der ursprünglichste Stil, der den Fokus auf das Selbst richtet. Der taoistische Ursprung ist heute auf jede chinesische Heilkunst zurückzuführen und wird in kleineren, gezielteren oder abgeänderten Formen unter anderen Namen weitergeführt. Chinesische Heilkünste sind somit immer taoistischen Ursprungs. Wer auf Gesundheit Wert legt und damit auch eine authentische „Innere“ Kampfkunst sucht, ist im Wudang-Stil genau richtig.

Die Prinzipien von Wudang Taiji

Wudang Taiji ist die Übung zur inneren Harmonie durch Bewegung und emotionalen Ausdruck. Damit ist gemeint das Zusammenspiel und die Koordination von Körper und Geist auf allen Ebenen. Aus dem Wuji 無極 (die Leere) entsteht die direkte Verbindung von Geist und Körper, welche im Anschluss in Übungen umgesetzt wird. Der körperliche Zustand ist genauso wichtig wie der geistige und emotionale. Durch Wuji und dem harmonisierenden Tun entsteht Taiji. Wudang Taiji kann sehr unterschiedlich angewandt werden, es beruhigt und kann mentale Probleme lösen, aber auch den Körper wieder zur Heilung anregen und mobilisieren. Taiji ist ein Selbststudium, welches auf motorischer Ebene beginnt und mit jedem Übungsjahr weiter in die Tiefe geht.

Taiji Atmung und Grundschritte

In Wudang Taiji ist die Atmung genauso wichtig wie die koordinierten Hand- und Fußbewegungen. Taiji ist eine Technik zur Harmonisierung von Yin und Yang. Dort wo Kraft ist, kommen wir in eine Yang-phase, während dort wo wir kraftlos sind, wir in eine Yin-phase kommen. Das bewusst werden von Yin und Yang erleichtert uns zu wissen, wann wir Aus (Yang) – und Einatmen (Yin).

Die Grundschritte im Taiji verbinden unsere Atmung mit Bewegung. Die Verlagerung des Schwerpunktes ist entscheident für einen optimierten Energieweg. Aus einer ausbalancierten Körperhaltung wird Energie durch Kraftverlagerung erzeugt.

Unsere Taiji Formen:

Advertisements